Heiner Rennebaum Doppelquartett, die ersten Konzerte

 

Ein Jazz-Quartett trifft auf ein Streichquartett, Improvisation auf Komposition.

1.2.2019 – Loft, Köln, Premiere (Fotos: Werner Pillig)

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2.2.2019 – Jazz-Schmiede, Düsseldorf, mit Julia Brüssel statt des erkrankten Markus Wienstroer (Foto: Christian Haag)

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Arrangements fernab klassisch-romantischer Klischees, mal minimalistisch, mal melodiös, mal einfach Klangflächen, bilden den Rahmen. Darin, um im Bild zu bleiben, entstehen farbige Linien auf tiefblauem Grund. Das ist manchmal komplex, aber nie sperrig; eher im besten Sinne eigen.

Jan Klare – Saxofon
Markus Wienstroer – Violine
Pauline Buss – Viola
Beate Wolff – Cello
Veit Steinmann – Cello
Alex Morsey – Bass
Max Hilpert – Schlagzeug
Heiner Rennebaum  – E-Gitarre, Kompositionen

„In der so gut wie ausverkauften Jazz-Schmiede in Düsseldorf war es ein durchweg spannendes Erlebnis, die musikalische Gravitation der beiden instrumentalen Kraftfelder und ihre atmosphärischen Wechselwirkungen zu verfolgen. Als jazziger Pol fungieren Jan Klare (Altsaxofon), Alex Morsey (Kontrabass), Max Hilpert (Schlagzeug) sowie Heiner Rennebaum (Gitarren), demgegenüber bilden Julia Brüssel – die Violinistin ist kurzfristig für den erkrankten Markus Wienstroer eingesprungen – , Pauline Buss (Viola), Beate Wolff (Cello) und Veit Steinmann (Cello) den Streicher-Gegenpol. Was sich jetzt nach experimentellem Konfrontationsprojekt anhört, präsentiert sich jedoch insgesamt ausgesprochen harmonisch, wobei der Aspekt der Harmonie nicht als angepasste musikalische Langeweile missverstanden werden darf. Die Streicher entwickeln durchweg Temperament und finden häufig den Mut, sich in die antreibende Rhythmik von Max Hilpert verstärkend einzubringen. Umgekehrt ist es Alex Morsey, der sich mit gestrichenem Bass immer wieder gern in die ausladenden Klangfelder der Streicher einfügt. Jan Klare hält mit dem Saxofon die expressionistische Fahne hoch und brilliert mit exzellenten Soli. Ein wenig mehr Aus-sich-herausgehen hätte ich auch von Heiner Rennebaum erwartet, doch statt seines früher bisweilen eruptiven Gitarrengewitters sind es nun oft schwebende, fast meditative Sounds, die sein Spiel auszeichnen. Es ist ein leiser Weg, den er einschlägt, was angesichts seines letztes Albums „Pianavia“ (2015) auch nicht weiter verwundert. Er ist auf einem an Emotionen reichen, ungemein schönem Weg, der durch das Streichquartett noch ein paar Windungen mit neuen Aussichten mehr erhalten hat. Ein begeistert applaudierendes Publikum folgt ihm da offenkundig gern.“
Bernd Schuknecht (Konzertkriker u.a. für Bonner Generalanzeiger, Kölnische Rundschau, Aachener Zeitung,  WAZ Essen, die Rheinische Post Düsseldorf sowie die Ruhr Nachrichten Dortmund)